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Erstes Medikament zur Therapie der echten Virusgrippe auf dem Markt

von Susanna Kramarz

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Aus diesem Wirkmechanismus werden wesentliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz des Arzneimittels verständlich:

1. Je früher das Medikament eingenommen wird, desto stärker kann es die Vermehrung von Viren im Körper verhindern, und umso milder verläuft die Erkrankung.

2. Grippesymptome treten erst auf, wenn sich das Virus bereits im Körper durch die Blutbahn ausgebreitet hat. Wenn man den Enzymhemmer einnimmt, sind also bereits viele Körperzellen infiziert, und es befinden sich Milliarden von aktiven Viruszellen im Körper, die ihrerseits noch weitere Zellen infizieren werden, bevor sie gestoppt werden können. Die Krankheitssymptome verschwinden also nicht sofort, und es dauert trotzdem einige Tage bis zur Genesung. Aber die Schwere und die Dauer der Erkrankung werden stark gemildert und verkürzt. Wird das Arzneimittel erst nach dem dritten Tag eingesetzt, so kann kaum noch eine Wirkung entfalten, da zu diesem Zeitpunkt der Virusbefall im Körper bereits weit fortgeschritten ist.

3. Wenn die Symptome abklingen, so ist dies ein Zeichen dafür, dass keine aktiven Viren mehr im Körper vorhanden sind. Man ist dann für andere nicht mehr ansteckend und auch wieder arbeitsfähig, sobald man sich fit genug fühlt.

4. Es gilt allerdings zu beachten, dass das Medikament nur bei echten Influenza-Viren wirkt, nicht bei der Vielzahl sonstiger Viren, die Erkältungen und grippale Infekte verursachen können. Es ist also nicht möglich, in Zukunft jeden fieberhaften Infekt mit diesem Arzneimittel zu bekämpfen.

Auch im menschlichen Körper kommt ein Enzym vor, das sehr ähnlich gebaut ist wie die Virus-Neuraminidase. Es ist aber um das Tausenfache unempfindlicher gegen das Arzneimittel als das virale Enzym und wird durch das Medikament nicht völlig geblockt, sondern nur teilweise geringfügig in seiner Wirksamkeit eingeschränkt. Deshalb kann es unter der Therapie zu vorüberbehenden Nebenwirkungen kommen wie Übelkeit oder Schwindel. Sie sind aber nicht gravierend; bisher hat noch kein Patient erwogen, die Behandlung deswegen abzubrechen.

Tamiflu® wurde bisher bei über 4 Millionen Patienten eingesetzt. Es handelt sich nach diesen immensen Erfahrungen um ein sehr sicheres Medikament, das bereits bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr eingesetzt werden darf, auch bei alten Menschen, bei Patienten mit Diabetes, Nierenerkrankungen und anderen Krankheiten, die das Immunsystem schädigen. Es ist zudem zugelassen zur kurzfristigen Vorbeugung - zum Beispiel wenn eine Grippe-Epidemie in der eigenen Umgebung ausgebrochen ist und man eine Infektion unter allen Umständen vermeiden will.

http://www.grippe-news.com/texte/profis/pt/2002/tamiflu.html
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